Liberal Tears

Fefe mach sich auf seinem Blog gerade Gedanken um eine neue Taktik der Rechten, die er „Liberal Tears“ nennt. Und wo ich das so lese, sehe ich eine Parallelmeldung an meinem inneren Auge vorbeihuschen, die etwa so aussehen könnte:

Noch ein Gedanke zum Wochenende. Ein Einsender kommentierte, ihm fiele auf, dass die Feministen in den letzten Jahren die Hauptmotivation für ihr Handeln daraus zu ziehen scheinen, was die Männer am meisten ärgert. Und in der Tat kann man das seit langem ganz gut beachten, dass sich die Feministen endlos daran delektieren können, dass sie „den alten weißen Männern“, „dem Patriarchat“ oder „den Sexisten“ einen auswischen konnten. Kaum etwas löst so viel Freude aus wie „Male tears“.

Wie man sieht, mußte ich am originalen Text nur recht wenige Worte ändern. Hört sich für mich wie eine 1:1 Blaupause an. Gleiches Ziel, gleiche Taktik. Bloß keine inhaltliche Diskussion, bloß nicht die Argumente der anderen Seite hören, am besten immer direkt persönlich angreifen. Nur: die Rechten, so abstoßend man die auch finden mag, haben’s nicht erfunden. Die Liberal Tears kamen, soweit ich das auf die Schnelle nachgooglen konnte, in etwa um Trumps Wahl-„Sieg“ auf, während Male Tears sich zumindest bis 2013 zurückdatieren lassen.

Und es ist nicht das erste Mal, dass sich die Rechte ihre Taktik bei der Linken abschaut. Die Diskussion, ob die Rechte den Linken die waffenfähige „Political Correctness“ geklaut hat, ist gerade erst ein paar Wochen her. Ein anderer Exportschlager der Linken, Identitätspolitik, ist rechts schon lange angekommen und ein willkommenes Werkzeug.

Liebe Linke, ich kann mit nur wenig Mühe sehen, wohin der Zug rollt, und Ihr werdet nicht begeistert sein von den Aussichten (hier hat Fefe entgegen meiner Meinung den Ursprung der Liberal Tears gesehen, aber das kommt noch): „No Platform“ ist zumindest hier noch keine große Sache, wenn’s von rechts kommt. Ich mache aber eine Wette, dass diese Taktik bei den Vordenkern der Rechten bereits wahrgenommen wurde. Es ist kein Zufall, dass Breitbart in den USA schon mal den Aufstand gegen Kellogg’s probiert hat.

Viel Spaß mit Euren Waffen in den falschen Händen!

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